Großes Spiel
zur Aufführung des Musicals ANATEVKA durch Schüler der HERSCHELSCHULE HANNOVER, verstärkt durch ein Streicherensemble der GOETHESCHULE.
In einem ausführlichen Vorbericht titelte die HAZ:
Spielen wie die Großen
Fast zeitgleich läuft das Stück auch in der STAATSOPER HANNOVER, und mannigfache Kontakte zwischen beiden Produktionsteams haben sich schon ergeben.
Ich erlebte am 15.02.2007 in der vollbesetzten Aula der HERSCHELSCHULE einen ganz großen Musicalabend - nicht nur, was die Quantität anbelangt (230 Mitwirkende und 3 Orchester), sondern auch besonders in qualitativer Hinsicht.
Solch eine Frische, eine Spielfreude, gepaart mit einer gewissen Unbekümmertheit und tiefen Ernsthaftigkeit lässt sich in dieser Intensität nur noch bei Amateur-Ensembles ausmachen. Ganz großes Kompliment auch für die musikalische Disziplin, die Bühnenpräsenz und den reibungslosen technischen Ablauf!
Drei (!) Orchester spielten abwechselnd unter verschiedenen Dirigenten, waren zu koordinieren mit einem Chor- und Tanzensemble, mit Schauspielerinnen und Gesangssolisten. Dass all dies wie selbstverständlich zueinander passte, ist nicht zuletzt auch zwei Lehrern zu verdanken, die fast ein Jahr lang die Bürde der Vorbereitung und Verantwortung trugen. Die Gesamtleitung lag in den Händen von DANIEL DERSCHEID und SVEN STAGGE.
Eine Einzelkritik wäre insofern unberechtigt, als die Stärke der Aufführung gerade in der großartigen Ensembleleistung lag. So seien auch nur ganz wenige subjektive Einzeleindrücke hier genannt. Von der Bedeutung der Rollen und der musikalischen Dominanz ragten natürlich STEFAN LETZ als TEVJE und ESTHER BERTRAM als GOLDE heraus. Großes Lob für differenzierte Gestaltung! Viel Beifall erhielten auch DIANA BABALOLA als HODEL und SABRINA LIEDTKE als Großmutter ZEITEL sowie IGOR ITKIN als RABBI.
Bleibenden Eindruck beim Berichterstatter hinterließen die musikalische Präzision der verschiedenen Orchester (Ltg. KITTEL, BÜRING, DERSCHEID, STAGGE, Einstudierung der Streicher: DIETER WEIß, Gesangsunterricht, Stimmbildung: LAURA POHL) und die Choreographie der Massenszenen, etwa Tevjes Traum, Hochzeit und Schluss (DANIEL DERSCHEID, EDITH BEAULAC). Das waren wirklich starke Bilder!
Wie die gesamte Schule diesen Abend vorbereitete und gestaltete, ließ sich nicht nur an der Erstellung der aufwendigen Bühnen- und Lichttechnik (Ltg. SCHÖNECK, BÜRING, KARLISCH) durch eigens gebildete AGs erkennen, sondern auch am Engagement der Eltern, die u. a. in Schtetl-Kostümen in der Pause jiddische kulinarische Spezialitäten anboten. (Den Wodka gabs allerdings nur als Wässerchen auf der Bühne!)
Das von einer Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von KARIN KRAMPEN-KASIMIER erarbeitete und von RUTH STAGGE professionell gestaltete Programmheft (3,4 MB) könnte von einer Staatstheater-Dramaturgie kaum besser gemacht werden!
Abschließend noch zweierlei:
Was den auch mit der Hinterbühne der Aula seit vielen Jahren bestens vertrauten Betrachter am meisten verwunderte: Wie war es möglich, die Masse von Sängern, Tänzern, Kleindarstellern so schnell und geräuschlos im Bühnenhintergrund verschwinden zu lassen? Gewiss, da ist noch ein Balkon, es gibt diese enge (Flucht-)Treppe, die zum Parkplatz hinunterführt. ... Alle Achtung! Da hat die für Koordination hinter der Bühne zuständige KRISTINA KARLISCH Erstaunliches geleistet.
Wer dem Berichterstatter besonders in Erinnerung ist?
Eine hübsche, kleine Posaunistin mit braunen Zöpfen, die so selbstvergessen tanzte, sang und hinreißend Posaune spielte, dass sie jedem Theaterregisseur durch ihre ansteckende Spielfreude aufgefallen wäre
Hannover, 16.02.2007 Klaus Umbach
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