Leeds 2007
Nach einem nahezu normalen Schultag in der Herschelschule war es soweit. Der Leedscountdown war abgeschlossen, das "Abenteuer Austausch" konnte endlich beginnen. Was würde uns in England erwarten? Würden wir uns verständigen können? Mit einem mulmigen, aber auch freudigem Gefühl im Bauch trafen wir uns abends am Flughafen Langenhagen. Sobald alle ihre Reisedokumente parat hatten, konnte es losgehen. Mit HLX flogen wir nach Manchester, um von dort aus mit dem Reisebus nach Leeds zu fahren. An der Leeds Grammar School, einer gigantischen Privatschule, wurden wir von unseren Gastfamilien herzlich empfangen und der Uhrzeit wegen auch nahezu direkt Richtung Bett gefahren. Am nächsten Tag wurde der Red Nose Day gefeiert, ein Tag, an dem Spenden für Hilfsprojekte gesammelt werden. All die roten Nasen, verrückten Hüte und aufgeklebten Augenbrauen halfen sicherlich gut dabei, sich gleich richtig wohl zu fühlen.
Innerhalb der Woche unternahmen wir Touren mit der deutschen Gruppe, die uns zu allerlei sehenswerten Plätzen, vor allem innerhalb der Grafschaft Yorkshire, führten. So besuchten wir das Kriegsmuseum "Royal Armouries", ein Wikingermuseum sowie eine Burg. Diese Orte, gelegen in Städten wie York und Skipton, brachten sogar die Geschichtsmuffel unter uns zum Staunen. Aber auch der Spaßfaktor kam nicht zu kurz, wir konnten uns zum Beispiel nach einem Museumsbesuch so richtig beim Bowlen verausgaben.
Auf dem Programm stand auch eine Wanderung, der Linton & Burnsall walk, die dank guten Wetters auch stattfand. Die Wanderung führte uns über eine abenteuerliche nur zentimeterbreite Wackelbrücke und durch wunderschöne Natur. Auch in London verbrachten wir einen langen Tag. Die Stadtführung (leider bei Nieselregen) lag vormittags und anschließend hatten wir jede Menge Freizeit, die jeder auf seine Weise nutzte. Ob Shoppen, Sightseeing oder einfach in einem der riesigen Parks oder einem Café entspannen, London bietet einfach alles. Nach einem mind. 15-Stunden-Tag konnte wohl jeder gut schlafen, um am nächsten Tag möglichst fit zur Schule zu gehen. Die beiden Wochenenden verbrachten wir in unseren Gastfamilien, die erfolgreich darum bemüht waren, keine Langeweile aufkommen zu lassen.
Das englische Wetter entpuppte sich als äußerst facettenreich. Zeitweise wechselten sich Schneesturm, Regen und Sonne im Fünfminutentakt ab. Wie gut, dass in England die Starbucks-Cafés so zahlreich vertreten sind.
Sie boten wirklich ausgezeichnete Fluchtorte. Die Ankündigung von äußerst vielen Schafen seitens Herrn Schröders bewahrheitete sich, außerdem war die Lammzeit gerade angebrochen. So wurden die entzückten Rufe aus den Busreihen, wenn wir wieder einmal an einer Schafweide vorbeifuhren, zur Gewohnheit.
Zwei Tage verbrachten wir mit unseren Austauschpartnern in ihren Schulen. Auf englischer Seite waren drei Schulen am Austausch beteiligt, nämlich Gateways, die Leeds Girls High School (LGHS) sowie die Leeds Grammar School (LGS). Die letzteren beiden werden in nächster Zeit fusionieren. Die ersten Anzeichen davon waren bereits bemerkbar, so trugen auf der LGHS schon einige der Schülerinnen die neue Schuluniform.
Auf der Gateways fand noch gesonderter Unterricht für die Gäste statt, ansonsten ging man mit in den regulären Unterricht hinein. Dies bietet meiner Meinung nach einen besseren Einblick in den englischen Schulalltag.
Auch wenn sich 10 Tage wie ein halbe Ewigkeit anfühlen können, haben auch sie leider einmal ein Ende. Der Tag der Abfahrt war gekommen. Bei strahlendem Sonnenschein, mit zahlreichen Abschiedstränen und der Gewissheit, sich im Juni wiederzusehen, fuhren wir zum Manchester Airport ab. Für die drei aus der Gruppe, die 2005 schon einmal dabei waren, war das Flugzeug im Gegensatz zur Fähre dann doch viel bequemer und schneller. Allerdings waren die Sicherheitskontrollen in Manchester bei weitem strenger als im heimischen Flughafen. Doch so konnte man sich dann noch eine Stufe beruhigter in den Flugzeugsitz sinken lassen.
Dieser Austausch war sicher für alle eine positive Erfahrung. Vielen Dank an dieser Stelle an die begleitenden Lehrer, Herrn Götze und Herrn Schröder, die immer ein offenes Ohr für uns hatten und durch ihre Art alle Probleme auf Miniaturformat zusammenschrumpfen ließen. So lief also diese Fahrt eigentlich problemlos ab und alle kamen Sonntagnacht heil wieder zu Hause an. Jetzt heißt es nur noch: Auf dass der Juni bald kommen möge!
Claudia Morgenthal
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| Corn exchange in Leeds
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| Führung in York
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| Gruppenbild in York
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| Skipton Castle
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| Wandern in Yorkshire
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| In London
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