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Ferienkurs vom 2. - 5. April 2007 im XLAB Göttingen
Erst einmal ein riesiges Fragezeichen! Wie konnte es sein, dass sich für das Stipendium nur so wenige Leute beworben hatten? Dabei ist es doch eine einmalige Chance, ohne Unterricht zu verpassen, mit Unterkunft und Kostenübernahme bei einem Ferienkurs im XLAB in Göttingen teilzunehmen. Aber Ferien sind nun einmal Ferien. Am zweiten April ging es für mich mit dem ICE Richtung Göttingen. Ich war ziemlich aufgeregt, der ICE war für mich gleich zu Beginn eine neue Erfahrung. In Göttingen angekommen traf ich dann auf Michael Galchenko, den zweiten Stipendiaten, der sich gleich noch eine zweite Woche im X-LAB auf eigene Kosten genehmigen wollte. Mit einer viel zu schweren Tasche ging es dann mit dem Bus zum XLAB. Das Labor und das zugehörige Gästehaus standen in der zweiten Ferienwoche bis auf uns paar Leute nahezu leer. Der Kurs "Vom Gen zum Protein" wurde geleitet von Dr. Eva Corinna Feil, einer stets gut gelaunten Frau. Der Kurs war durch den Karfreitag auf vier Tage verkürzt. Wir waren eine Gruppe von elf Leuten, die bis auf drei Personen aus Schülern aus dem zwölften Jahrgang bestand. Diese waren schon weiter im Biologieunterricht fortgeschritten und hatten schon einige Kursinhalte im Unterricht durchgenommen. Wir erhielten einen Einblick in die moderne Molekularbiologie unterlegt mit praktischen Experimenten. Fragen an Frau Feil wurden von ihr immer ausführlich und verständlich erklärt. Teilweise lieferte sie sogar noch am nachfolgenden Tag fragenspezifisches Informationsmaterial. Durch die kleine Gruppe wurde natürlich ein viel intensiveres Arbeiten ermöglicht als es innerhalb der Schule möglich ist. Gearbeitet wurde hauptsächlich in Zweierteams. Das ganze nannte sich dann auch Intensivkurs Molekularbiologie. Da ein Tag weniger zum Experimentieren vorhanden war, kürzte sich auch innerhalb der Experimente ein Teil weg, was sich allerdings nicht als sonderlich tragisch erwies. Auch wenn die Zeit etwas knapp bemessen war, blieb trotzdem noch Zeit für ein wenig Spielerei, z.B. hatten wir flüssigen Stickstoff, in den dann auch mal statt Reaktionsgefäßen eine Blüte landete, die kurz darauf im gefrorenen Zustand auf dem Labortisch zersprang. Der Ferienkurs läuft jedes Mal ein wenig anders ab, so gab es Experimente, die auch Frau Feil erst einmal durchgeführt hatte. Um zu erfahren, was passieren würde, wenn man einige Komponenten innerhalb eines Experiments umwandelt, verlängerten wir z.B. den Hitzeschock dem eine Bakterienkultur ausgesetzt werden sollte. Dadurch ergaben sich auch für die erfahrene Doktorin Sachverhalte, die nicht mit ihrem Gelernten übereinstimmten. So wuchsen dann Bakterienkulturen, die einem vierminütigen Hitzeschock ausgesetzt wurden, plötzlich viel besser, als nach zwei Minuten Hitzeeinwirkung, obwohl sie eigentlich bei einem Hitzeschock, der mehr als zwei Minuten währt, deutlich geschwächt hätten sein sollen. Dadurch, dass sich Theorie- und Praxisteile locker abwechselten, sank die Konzentration auch bei den Kurszeiten von 9.00-17.00 Uhr mit jeweils einer Stunde Mittagspause nur geringfügig ab. Zum Frühstück mussten wir in die oberste Etage des XLABs hecheln. Die Benutzung des Fahrstuhls war zu Recht dem Lehrpersonal vorenthalten, da der Fahrstuhl angeblich gerne mal steckenblieb. Zum Mittag konnten wir uns in der Nordmensa, direkt hinter dem Gästehaus gelegen, Essen zum Studentenpreis kaufen. Wir hatten immer die Wahl zwischen zwei Gerichten. Nachdem wir einmal selbst zu dritt unsere Mahlzeit im Appartement zubereitet hatten, wussten wir die Mensa noch mehr zu schätzen. Wenn das Wetter es erlaubte ging es abends mit Inlinern auf Göttingen-Entdeckungstour. Im Dönerladen kannte man sich dann schon. Göttingen ist eine schöne Studentenstadt und das Universitätsgelände ist riesengroß. Von Fahrrädern wimmelt es nur so. Sie werden dort sogar notfalls kostenpflichtig entfernt, was ich sonst eher von Autos kenne. Vielen Dank an dieser Stelle an den Elternverein und das Begegnungscafé, die jeweils ein Stipendium finanzierten. Im Kurs habe ich in diesen vier Tagen viel Neues kennengelernt, das mir sicher zum Abitur viel Nutzen bringen wird und ich habe das Gefühl, meine Ferien sinnvoll verbracht zu haben. Claudia Morgenthal, Klasse 11a [ zurück } |
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