SchulCMS 2010

Herschelschule-Ganztagsgymnasium
 

Grüße aus Michigan

Auslandsbericht Regina Flatken

Für Schüler der 11. Klasse besteht an dieser Schule die Möglichkeit,
für ein Jahr ins Ausland zu gehen.
Regina Flatken, eine Schülerin der Herschelschule, verbringt ein Jahr in den USA.
Sie berichtet uns über ihr dortiges Leben:

Reginas Marching Band (bei Mausberührung Regina)

Hi Ihr!
liebe Grüße aus dem langsam immer kälter werdenden Michigan, USA!!
Ich habe ein wenig Zeit, nun den Bericht für die Homepage zu schreiben. Hatte die ersten drei Wochen hier noch Ferien, sodass da noch nichts wirklich Spannendes passiert ist, am 4. September hat jetzt endlich die Schule angefangen und ich kann ein wenig erzählen. Anbei schicke ich ein Foto von der Marching Band und mir in Marching-Band-Uniform (ich bin die Person ganz vorne). Sind nicht von bester Qualität, weil es dunkel draußen ist, wenn wir spielen. Mein Marching-Band-Lehrer war übrigens begeistert von ihrem kurzen Bericht (die Vorbereitung  in der Musikklasse ist anscheinend eine gute Ausbildung auch für die Marching Band, Anm. d. Red.), er hat danach gesagt: "She's wonderful!". :).

"Oh, mein Gott! Überall große Autos! Everywhere!"
Wir, eine Gruppe von Austauschschülern, hatten unseren ersten Schritt auf amerikanischen Boden gesetzt, und das erste, was uns auffiel, waren die großen Autos.
Nun bin ich schon seit über einem Monat hier in den USA, genauer gesagt im Bundesstaat Michigan, und ich habe mich an die großen Autos und an die anderen großen Sachen, wie z. B. Zwiebeln mit einem Umfang von 20-25 cm, gewöhnt. Genauso wie an die freundliche Oberflächlichkeit, denn hier wird echt zu jedem Eisverkäufer, Kassierer im Supermarkt oder einfach einer Person, die an einem vorbeigeht "Hi! How are you?" gesagt, und dann wird auch noch ein bisschen aus dem Leben erzählt. Es braucht einige Zeit, um diese Oberflächlichkeit zu durchdringen, und jetzt, nach diesen vier Wochen hier, habe ich gelernt, dass die Menschen nicht von sich aus auf einen zukommen, sondern dass man zu ihnen gehen muss, um Kontakt zu knüpfen. Dieser Prozess ist langwierig, aber wenn man den Willen hat, dann findet man Schüler, die auf einen zukommen, "Hi" sagen und ein Gespräch anfangen.
Viel Kontakt habe ich durch das Cross Country Team (Cross Country bedeutet ganz einfach: "kreuz durchs Land laufen", bei Meets ca. 5 km), und die Rehearsals (Orchesterproben) der Marching Band bekommen.  Das Cross Country Team ist ein Schulteam und die Marching Band ist Teil meines Stundenplans (my 5th hour), nach der Football-Season haben wir Auditions und dann werden wir in das Symphony Orchestra oder in die Orchestra Band eingeteilt und spielen Musik.

Kurz zur Marching Band: Sie ist das Entertainment/Music Programm für die Varsity-Team-Footballspiele, das heißt, dass wir vor dem Spiel spielen: Nationalhymne (!!! - bei jeder Sportveranstaltung von High School bis Profiliga), Fight Song der Schule, ein Traditionslied der Marching Band. Während wir das Pregame-Programm spielen, bilden wir ein A, das A steht für Andover High School (GO BARONS GO – bin schon voll im school spirit). Dann, in der Halbzeitpause, haben wir unser Programm auf dem Footballfeld, wo wir marschieren und gleichzeitig spielen (was ich noch nicht gleichzeitig beherrsche ;-) ), und während des Spiels spielen wir Tuschs, etc.. .

Die Schule hat am 4. September begonnen und mein Schultag beginnt um 7.25 am (!!!)  mit dem original amerikanisch-gelben Schulbus und endet um 2.30 pm mit 1000 Seiten dicken Büchern, unsere Bücher in der Herschelschule sind nichts gegen die Bücher hier, groß wie ein DIN-A4-Blatt und alle 1000 Seiten dick, und um 3 pm habe ich Cross-Country-Training bis 5 pm und dann fahre ich nach Hause, mache Hausaufgaben, sodass ich sehr oft erst gegen 11 pm ins Bett komme.

Hier dreht sich echt das ganze Leben um die Schule. Bei Meets laufen Schulen gegeneinander, denn Vereine gibt es hier nicht wirklich. Der Unterricht ist auch ziemlich anders. Freiwillige mündliche Beteiligung ist ziemlich selten, die meiste Zeit wählt der Lehrer die Schüler aus, es werden viele Quiz und Kurztests geschrieben und hier wechselt nicht der Lehrer den Raum, sondern die Schüler. Ich habe hier sieben verschiedene Fächer, was nach wenig Arbeit klingt, aber durch die andere Sprache doch ein bisschen mehr Arbeit ist. Meine Fächer hier sind: Writing/Literature, Algebra, American History (meine Lehrerin redet, wenn sie von den Amerikanern redet, immer von ‘we’), American Sign Language (ich habe hier angefangen, amerikanische Gebärdensprache zu lernen, was mich überaus glücklich macht), Band, Investigative Biology and Forensics und ESL Tutor (so etwas wie Hausaufgabenhilfe für Englischzweitsprachler).

Es ist schon sehr anders und bis jetzt komme ich damit auch noch nicht so ganz klar.
Und wenn mich jemand fragt, was ich richtig vermisse, außer Familie und Freunden natürlich, ist meine Antwort ganz klar: DEUTSCHES BROT!!!!

Regina Flatken

Layout & Redaktion: Maren Göllnitz