SchulCMS 2011

Herschelschule-Ganztagsgymnasium
 

„Talk für Toleranz“

Die Politik-AG war eingeladen

Matthias Horndasch, Moderator der „Weißen Runde“ , hatte wieder einmal geladen. Diesmal in die Liberale Jüdische Gemeinde Hannover: Die stellvertretende Regionspräsidentin Doris Klawunde und der Vertretungsberechtigte des Niedersächsischen Verbandes Deutscher Sinti e.V. Manfred Böhmer diskutierten über die heutige Situation der Sinti und Roma in Deutschland.
Zuerst erklärte Manfred Böhmer, warum man in der heutigen Zeit auf den Begriff “Zigeuner“ verzichten sollte. Da sich das Wort aus den Begriffen „ziehende“ und „Gauner“ zusammensetzt und dies diskriminierend ist, sollte man diese Bezeichnung der Sinti und Roma aus seinem Wortschatz streichen. Übersetzt bedeutet Zigeuner „unberührbar“ und da die Sinti und Roma ursprünglich aus dem indischen Raum stammen und dort der unterste Stand ebenfalls die Unberührbaren heißen, möchten die Sinti und Roma nicht mit dem Wort in Verbindung gebracht werden.

Die stellvertretende Regionspräsidentin wusste nach eigenen Angaben nicht viel über die Sinti und Roma bevor sie sich intensiver mit diesem Thema beschäftigt hat. Mittlerweile versucht sie durch verschieden Projekte Vorurteile gegenüber Sinti und Roma abzubauen. Ihrer Meinung nach lassen sich Vorurteile am besten durch das gegenseitige Kennenlernen abbauen. Manfred Böhmer unterstützt diesen Gedanken des Kennenlernens, da er auch heutzutage noch die Diskriminierung der Bevölkerung kennt. Beispielweise teilen viele Menschen nicht gerne die Toiletten oder Duschen mit Sinti und Roma auf einem Campingplatz. Somit werden die Campingplatzbetreiber gezwungen Sinti und Roma von ihren Plätzen zu verweisen, da sonst zahlreiche andere Gäste wegbleiben würden.

Heutzutage leben nur noch 60 Tausend Sinti und Roma in Deutschland. Das entspricht einem Wert von 10% im Gegensatz zu der Anzahl vor dem Nationalsozialismus. Um diese deutsche Minderheit besser zu integrieren muss weiterhin Aufklärung betrieben werden.

Wer sich selbst einen Überblick über das Interview verschaffen will, kann sich das Interview in voller Länge anschauen.

Hannes de Vries, Artur Schnar

 

www.die-weisse-runde.de/

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