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Einmal Prag und zurückVom Musikraum zur Metropole Ein wenig ungewöhnlich sah der Musikraum der Zweigstelle schon aus, nachdem wir ihn für unsere Präsentation hergerichtet hatten. Da blitzte Gold vor rotem Samt, Mozarts „Don Giovanni" ertönte gemeinsam mit Smetanas „Moldau", Bilder aus Prag, mit und ohne Schüler, zierten die Stellwände und die Leinwand. Wir hatten die Tische aus dem Raum getragen und ihn stattdessen mit Stuhlreihen und Stellwänden bestückt. Während die Sitzreihen sich gegen 19 Uhr allmählich füllten, warteten wir mehr oder weniger angespannt auf unseren Einsatz.
Streifzug durch die „Goldene Stadt" Einige Grußworte von Frau Kittel leiteten den Abend ein. Auf eine kurze, äußerst unterhaltsame Fotopräsentation mit einem Großteil Schnappschüssen unserer Fahrt folgte ein „Stadtrundgang" durch Prag. Als Touristen machten drei von uns sich auf den Weg und besuchten noch einmal all jene Orten, die wir auch in den fünf Tagen in Prag besichtigt hatten. Unser Weg führte dabei vom Smetanamuseum über die Karlsbrücke zum Kafkamuseum, weiter über den Altstädter Ring zum jüdischen Viertel und durch die Altstadt zum Wenzelsplatz.
Impressionen einer Großstadt Nicht nur Bilder, auch Monologe und Impressionen begleiteten unseren Streifzug durch die „Goldene Stadt" Prag. So erzählte beispielsweise Smetana von Patriotismus und seiner Liebe zur Moldau, während Kafka gedankenschwer durch die Gassen streifte und wir mit eigenen Impressionen einen Blick in die Pinkassynagoge im jüdischen Viertel ermöglichten. Als das Deckenlicht im zumeist abgedunkelten und nur durch Spotlights erhellten Raum wieder eingeschaltet wurde, blinzelten nicht nur die Zuschauer mit zusammengekniffenen Augen: Auch uns Schülern fiel es sichtlich schwer, aus Prag nach Hannover zurückzukehren.
Bunte Vielfalt Da unsere Exponate in den letzten Wochen mit viel Kreativität, Fleiß und Geduld entstanden waren, freuten wir uns umso mehr, dass die Veranstaltung sich erst allmählich auflöste und sich Lehrer und Eltern bei Tee und Keksen Zeit nahmen, um sich über Gesehenes und Gehörtes auszutauschen und uns die ein oder andere Frage zu stellen. So wurde vielen erst jetzt klar, dass tatsächlich alle Texte dieses Abends von uns selbst geschrieben waren, genauso wie die meisten Bilder von den fleißigen Fotografen unseres Kurses stammten. Es bedurfte einer ganzen Menge Fragerei und Einfallsreichtum, um Smetanas Schaukelstuhl, die Stoffe für die Stellwände oder die Partitur zu Mozarts „Don Giovanni" zu besorgen. Und können Sie sich vorstellen, wie viel Arbeit hinter der Bemalung der goldenen Stuckattrappen der Oper steckt? Dafür war das Ergebnis auch besonders ansehnlich.
Viel Arbeit für ein einmaliges Erlebnis Die meisten - auch wir selbst - haben erst spät begriffen, wie viel Arbeit hinter dem Aufziehen eines solchen Abends steckt. Mit der Hilfe und Begleitung unserer Tutorin Frau Kittel, gelang uns allerdings mit viel Ausdauer und Improvisationsgabe (wenn mal wieder etwas nicht so klappte, wie man es sich vorstellte) die Gestaltung eines fast einstündigen Programms - die positive Resonanz hinterher hat uns gezeigt, dass es sich gelohnt hat. Und man muss sagen, dass es uns auch wirklich Spaß gemacht hat. Schließlich erlebt man nicht jeden Abend einen einstündigen Kurztrip nach Prag.
Esther Bertram, Jg. 13 |
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