SchulCMS 2010

Herschelschule-Ganztagsgymnasium
 

Das XLAB in Göttingen - ein Reisebericht

Als ich die Zusage auf meine Anfrage für das Herschelstipendium bekam, freute ich mich schon riesig auf die drei Tage, die ich in Göttingen bleiben würde. Ich war mir sicher ich würde viel lernen und Spaß haben und ich wurde nicht enttäuscht.

Am ersten Tag war natürlich nicht so schön, dass ich extra früh aufstehen musste, um mit dem Zug nach Göttingen zu kommen. Vom Hauptbahnhof nahm ich mir ein Taxi zum XLAB und wartete, bis alle dort waren und die Kurse begannen.

Mein erster Kurs war Wellenphysik. Nach einer kurzen Begrüßung und Anfertigung von Namensschildern stellte ich fest, dass ich neben einem anderen Mädchen die einzige aus dem Q1 war, der Rest war schon kurz vor dem Abi. Entsprechend wussten die anderen mehr und kannten viele Versuche, die für mich neu waren. Wir teilten uns in Gruppen auf und meine Gruppe sollte zuerst mit einem Versuch die Planck-Konstante bestimmen. Wir hatten dazu verschiedene Leuchtdioden und ein Gitter, eine andere Gruppe durfte den großen Laser benutzen. Der Laser war ein roter Helium-Neon-Laser, und wenn man eine Brille in einem bestimmten blau aufsetzt, sieht man das Licht in weiß, wegen der Farbaddition.

Dann hatten wir unsere erste Mittagspause. Die Mädchen aus meiner Gruppe waren aus Göttingen und hatten schon einmal in der Mensa gegessen. Ich suchte mir Nudeln und Soße aus und wir redeten ein bisschen über das Schulsystem hier in Göttingen und das Abitur allgemein. Nach der Mittagspause waren wir mit kleinen Versuchen mit Mikrowellen dran, wir haben auf verschiedenste Weise Wellenlängen bestimmt und das Verhalten von Wellen untersucht.
Am Nachmittag bin ich dann mit den anderen, die auch im Gästehaus übernachteten, auch Klaas Strempel von unserer Schule, in die Stadt gegangen. Wir haben uns einmal umgesehen und sind am Abend noch ins Kino gegangen.

Am zweiten Tag, nach dem Frühstück, war ich im Kurs für Kernphysik, der auch von denselben Mitarbeitern geführt wurde wie der erste. Diesmal waren wir zuerst mit den kleinen Versuchen dran (Ja, im XLAB dürfen die Schüler selbst mit radioaktivem Material experimentieren, das Labor hat eine Sondergenehmigung). Wir haben verschiedene Arten von Strahlung ausgewertet, gemessen, wie verschiedene Strahlungen von Magnetfeldern beeinflusst werden und Halbwertszeiten bestimmt. Nach der Mittagspause konnten wir uns dann, nachdem wir die Versuche beendet hatten, die Nebelkammer ansehen, in der Strahlung sichtbar gemacht werden kann. α- Strahlung als dicke weiße „Würste", β-Strahlung als feine weiße Striche.
Am Nachmittag waren ins Nebenzimmer neue Mädchen eingezogen, die mit ihrer ganzen Klasse im XLAB waren. Mit allen zusammen sind wir dann zu einem Einkaufszentrum etwas essen gegangen. Als es dann anfing zu gewittern, sind wir schnell wieder zum Gästehaus und haben uns das Gewitter vom Balkon aus angesehen.

Am dritten Tag musste ich vor dem Frühstück schon zusammenpacken und ausziehen, dann hatte ich meinen einzigen Chemiekurs, Umweltbereich Wasser und Wasseruntersuchungen. Zuerst bekamen wir die absolut modischen Kittel und Brillen, dann durften wir uns eine Wasserprobe aussuchen und mit einer Versuchsreihe mit dem Photometer den Nitratgehalt unserer Probe bestimmen. Das dauerte relativ lang, weswegen wir nach dem einen Versuch schon Mittagspause hatten. Nach der Mittagspause durften wir uns aus verschiedenen Versuchen noch ein paar aussuchen, ich und meine Partnerin haben noch die Gasamthärte und die Calciumionen im Wasser bestimmt. Nach ein paar kleinen Schnelltests haben dann alle zusammen noch die Versuche ausgewertet.

Danach musste ich so schnell wie möglich zum Bahnhof, um meinen Zug noch zu bekommen, also war Klaas so nett, mich noch mit dem Auto hinzubringen.

Es war eine wirklich schöne Zeit in Göttingen, ich habe viel gelernt und neue Freunde gefunden. Ich kann das XLAB nur jedem empfehlen.

Maren Awiszus