SchulCMS 2011

Herschelschule-Ganztagsgymnasium
 

Nachrufe der Schulgemeinschaft

Unser langjähriger stellvertretender Schulleiter, Herr Gerd Sümenicht, ist am 6. Dezember dieses Jahres nach langer und schwerer Krankheit verstorben. Herr Sümenicht hat nach dem Abitur 1952 in Marburg Leibeserziehung, Englisch und Erziehungswissenschaften studiert. Nach dem Referendariat in Hannover trat er den Dienst an der Lutherschule II an, die später zur neuen Herschelschule wurde. Der Herschelschule blieb Herr Sümenicht seine gesamte Dienstzeit treu. Diese Schule mit aufzubauen und zu gestalten war sein Lebenswerk. Der Neubau des Schulgebäudes an der jetzigen Stelle ab dem Jahr 1965 stellte eine große Herausforderung dar, da ein Gymnasium an der Peripherie der Landeshauptstadt in ungünstiger Konkurrenzlage zu den etablierten Schulen der Innenstadt stand. Herr Sümenicht nahm diese Herausforderung mit ganzem Herzen hochmotiviert an. Für ihn war die Herschelschule nicht das Gebäude, es war das Miteinander der Schülerinnen und Schülern, der Lehrerinnen und Lehrern und der Eltern, das getragen war von dem besonderen Geist dieser Schule. Herr Sümenicht erwartete von sich und den Lehrerinnen und Lehrern der Herschelschule einen sehr hohen Einsatz im Unterricht und darüber hinaus. Maßstab war stets das Wohl der der Schule Anvertrauten. Die Besonderheit der Lage der Herschelschule und der Aufgabenstellung in der Zeit der Ausweitung des Bildungsangebots in der Bundesrepublik Deutschland führte Kinder aus unterschiedlichen sozialen Milieus im Gymnasium Herschelschule zusammen. Dieses Miteinander in der Praxis zu organisieren, keinem Schüler mit Hochmut und Dünkel sondern jedem mit Verständnis und Hilfsbereitschaft zu begegnen, war die Zielrichtung seiner pädagogischen Arbeit. (Bildungs-)Hindernisse zu erkennen und aus dem Weg zu räumen, war immer auch ein Ziel seiner Arbeit. Herr Sümenicht sah bei seinen Schülerinnen und Schülern stets auch die Talente und die Möglichkeiten. Da, wo man zusätzliche Arbeit und Probleme hätte sehen können, sah Herr Sümenicht menschliche Schicksale, die Hilfe benötigten, und versuchte zu helfen. Deshalb, so erklärte er dann, sei er schließlich Lehrer geworden. Auf diesem Weg hat Herr Sümenicht dieser Schule einen Stempel aufgedrückt, seinen Stempel. Insbesondere lag ihm der seit nunmehr 30 Jahren stattfindende Schüleraustausch mit den Partnerschulen in Leeds/ GB am Herzen. Durch nahezu grenzenlosen Einsatz als Erzieher und Stellvertretender Schulleiter, durch deutlich erkennbare Akzente hat Herr Sümenicht die Herschelschule entscheidend geprägt. Gerade auch die letzte große Richtungsentscheidung der Herschelschule, die Umwandlung des Gymnasiums in ein Ganztagsgymnasium wurde von ihm gefördert, dann durchgesetzt und auch persönlich ganz maßgebend in täglicher Arbeit umgesetzt. Herr Sümenicht hat in großer Bescheidenheit Entscheidendes für die Herschelschule geleistet. Er hat von seinem Anteil daran wenig Aufhebens gemacht. Er wollte niemals bedankt sein, weil er sein Handeln für eine selbstverständliche Pflicht hielt. Die Mitglieder der Herschelschule, insbesondere die Lehrerinnen und Lehrer, die mit ihm zusammengearbeitet haben, die ehemaligen Schülerinnen und Schüler werden sich mit Respekt, Anerkennung und in Dankbarkeit an Herrn Sümenicht erinnern. Die Nachfolgenden sollen wissen, dass der Boden, auf dem diese Schule sich entwickelt hat und weiter entwickelt, durch den Lehrer und Stellvertretenden Schulleiter Herrn Sümenicht entscheidend bereitet wurde. Wir verneigen uns in dem Moment des Abschieds in stiller Trauer.

Gerd Sümenicht hat wie kaum ein anderer die Entwicklung der Herschelschule über Jahrzehnte mitbestimmt.
Die Herschelschule war wesentlicher Lebensinhalt für ihn.
Seit Anfang der 60er Jahre war er engagierter Lehrer dieser Schule, wurde 1972 Koordinator und Anfang der 80er Jahre stellv. Schulleiter bis zu seinem Ausscheiden 1997.
Viele Jahre machte er den Vertretungsplan. Er rief morgens um 7.00 Uhr an und fragte, ob man die 1. Stunde übernehmen könnte, dafür lassen wir morgen die 6. ausfallen. (So lief das damals.)
Er gilt als geistiger Vater der Ganztagsschule. Unter seiner Leitung tagte der Ganztagsausschuss. „Hier werden die Weichen gestellt“, sagte er damals zu mir.
Gerd Sümenicht kannte jeden Schüler von Klasse 7 bis 13.
Er gab die Anregung zur Gründung des Ehemaligenvereins, dessen 2.Vorsitzender er über viele Jahre war.
Die Herschelschule hat ihm unglaublich viel zu verdanken.